Der Mercedes-Benz 300 SL

Die Wurzeln des Mercedes-Benz SL liegen im Rennsport. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt Mercedes-Benz den Rennsportwagen 300 SL (W 194, 170 PS/125 kW). Er tritt 1952 an und dominiert die Saison: die Plätze zwei und vier bei der Mille Miglia, ein Dreifachsieg beim Sportwagenrennen in Bern, ein Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, ein Vierfachsieg beim Sportwagenrennen auf dem Nürburgring und ein Doppelsieg bei der Carrera Panamericana Mexiko – die Bilanz ist überaus glanzvoll. Charakteristisch für das Coupé sind seine Flügeltüren, eine direkte Folge des innovativen Gitterrohr-Rahmens: Sie sind tief in das Dach eingeschnitten, öffnen nach oben und erinnern dabei an ausgebreitete Flügel, weshalb der Wagen von den Amerikanern „Gullwing“ (Möwenflügel) und von den Franzosen „Papillon“ (Schmetterling) getauft wird.

Mercedes-Benz erkennt die Marktchancen und stellt im Februar 1954 gleich zwei Serien-SL vor. Den 300 SL (W 198, 1954 bis 1957) mit 215 PS (158 kW) würde man heute dem Segment der Supersportwagen zuordnen – das „Flügeltürer“-Coupé begeistert Experten und Publikum. Die technische Konzeption und wichtige Komponenten stammen aus dem Wettbewerbsfahrzeug, zugleich hat der W 198 aber eine traumhaft schön gezeichnete Karosserie und einen noch stärkeren Motor mit der effizienzsteigernden Benzindirekteinspritzung. Das macht ihn einzigartig unter den Seriensportwagen der Epoche. Der 300 SL wird schnell zu einer automobilen Ikone der 1950er-Jahre, der gleichzeitig große Rennsiege einfährt. 1957 löst der 300 SL Roadster (W 198, 1957 bis 1963) das Flügeltüren-Coupé ab. Beide Versionen sind von Anfang an ausgesprochene Liebhaberfahrzeuge und gehören heute zu den gesuchtesten und bestnotierten Klassikern.